Die närrischen Tage sind vorbei, die Masken sind gefallen und vielleicht haben Sie in der vergangenen Zeit auch kräftig Lärm gemacht, um den Winter mit Schellen und Rätschen endgültig vor die Tür zu setzen. Traditionell hoffen wir alle nach Aschermittwoch auf ein erwachendes Frühjahr, wärmende Sonnenstrahlen und eine reiche Ernte im Spätjahr.
Am kommenden Sonntag, dem sogenannten Funkensonntag, brennen in einigen Regionen sogar noch große Reisigfeuer mit Strohpuppen, um die kalte Jahreszeit symbolisch in Rauch aufgehen zu lassen. Doch hat Petrus bei diesem feurigen Spektakel eigentlich ein Wörtchen mitzureden, oder macht uns das Wetter einen nassen Strich durch die Rechnung? Schauen wir uns an, was die Wetterküche aktuell für Sie bereithält.

Derzeit gleicht der Himmel über dem Rheinland und der Eifel eher einem grauen Flickenteppich. Maßgeblich verantwortlich dafür sind mächtige Wettermaschinen, genauer gesagt Tiefdruckgebiete. Kürzlich haben sich noch ein Tiefdruckgebiet mit seinem Kern über Nordfrankreich und ein weiteres über Norditalien eine regelrechte kleine Schlacht um die Vorherrschaft an unserem Himmel geliefert. Letztendlich hat das norditalienische Tief den Sieg davongetragen und steuert nun unser Wetter. Für Sie bedeutet das konkret: Wenn Sie heute rund um den Taunus, im Ruhrgebiet oder an der Mosel unterwegs sind, sollten Sie den Regenschirm stets griffbereit halten, denn dicke Regenwolken schieben sich unaufhaltsam in Richtung der hessischen Mitte vor.

Wenn Sie sich hingegen in der Fränkischen Schweiz oder im Fichtelgebirge aufhalten, haben Sie weitaus bessere Karten. Dort blinzelt oftmals die Sonne durch ein paar harmlose Wolken, und es bleibt trocken. Allerdings trügt der Schein, denn die Temperaturen verharren dort hartnäckig knapp über dem Gefrierpunkt oder sogar im leichten Dauerfrost.
Wenn sich nun die Dunkelheit über das Land legt, wird es auf den Straßen stellenweise extrem brisant. Die Niederschläge kriechen in der Nacht zum Samstag weiter in Richtung Spessart, Frankenwald und in die Oberpfalz. Treffen die dicken Tropfen dort auf die noch tiefgefrorenen Straßen, verwandelt sich der Asphalt in eine spiegelglatte Eisbahn.
Zwar kann es anfangs noch etwas schneien, bevor ein starker Wind einen Schwall milder Luft zu uns pustet und die Situation etwas entschärft, doch ein gefährlicher Cocktail aus winterlichen Resten und gefrierendem Regen erwartet uns dennoch. Passen Sie also bitte gut auf und nehmen Sie den Fuß vom Gaspedal, wenn Sie nachts noch mit dem Auto unterwegs sind – der Winter wehrt sich noch ein letztes Mal mit Händen und Füßen.
Am Wochenende ist der lästige Frost dann endgültig Geschichte und die Temperaturen fühlen sich fast schon so an, als stünde der Frühling direkt vor der Tür. Am Samstag klettern die Thermometer rund um Köln und Mainz auf milde fünf bis zehn Grad, im Breisgau und in der Pfalz sind sogar bis zu dreizehn Grad drin. Am Sonntag setzen wir noch einen drauf: Verbreitet knacken wir die Zehn-Grad-Marke, und am Oberrhein können Sie bei bis zu sechzehn Grad schon fast den Wintermantel im Schrank lassen.
Lediglich in der Uckermark und an der Müritz bleibt es mit sieben bis neun Grad etwas frischer. Frühlingsgefühle kommen aber dennoch keine auf. Die Sonne macht sich rar, stattdessen regnet es fast überall Bindfäden, teilweise gießt es regelrecht wie aus Eimern. Dazu bläst Ihnen ein strammer Wind ziemlich ruppig ins Gesicht. Ein Hauch von Sarkasmus ist hier wohl angebracht: Immerhin frieren wir nicht mehr, während wir bis auf die Knochen nass werden. Wenn Sie also am Sonntagabend bei einem traditionellen Funkenfeuer stehen, ziehen Sie sich besser wetterfest an.
Warum ist das aktuell so?
Stellen Sie sich unsere Atmosphäre einfach wie ein riesiges, unsichtbares Wasserbecken vor, in dem die Luftmassen ständig hin und her schwappen. Ein Tiefdruckgebiet können Sie sich wie eine gigantische, unsichtbare Luftpumpe vorstellen. Dort ist der Luftdruck am Boden geringer, weshalb Luft aus der Umgebung angesaugt und nach oben gepumpt wird. Wenn diese Luft aufsteigt, dehnt sie sich aus und kühlt ab. Kalte Luft hat aber eine entscheidende Schwäche: Sie kann viel weniger unsichtbaren Wasserdampf festhalten als warme Luft. Die Folge ist simpel. Der unsichtbare Dampf kondensiert, verwandelt sich in sichtbare Wassertröpfchen, Wolken entstehen, und irgendwann fallen uns diese Tröpfchen als Regen wieder auf den Kopf.
Momentan schaufeln diese Tiefdruckgebiete in Verbindung mit kräftigen Winden sehr milde, aber eben auch extrem feuchte Luft zu uns nach Deutschland. Der Wind selbst entsteht übrigens immer dann, wenn die Natur versucht, Unterschiede auszugleichen.
Fließt die Luft von einem Ort mit viel Druck (einem Hochdruckgebiet) zu unserem saugenden Tiefdruckgebiet, spüren Sie das als Wind in den Haaren. Das tückische Glatteis in der Nacht entsteht durch eine besondere Schichtung dieser Luft. Die milde, regnerische Luft schiebt sich wie ein Keil über eine dünne, noch eiskalte Luftschicht, die direkt über dem Erdboden liegt. Der Regen fällt warm aus den Wolken herab und gefriert exakt in dem Millisekunden-Moment, in dem er auf den eiskalten Boden trifft, sofort zu einer gefährlichen Eisschicht.