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Winter-Comeback oder Frühlingshauch: Wo wird die Rutschpartie heute Nacht gefährlich?

Deutschland gleicht aktuell einem geteilten Land, und wir sprechen hier nicht von Politik, sondern von Ihrer Garderobe. Während man am Rhein fast schon die Übergangsjacke auspacken könnte, herrscht in anderen Teilen der Republik noch tiefster Winter. Sie fragen sich sicher, ob Sie morgen früh das Auto stehen lassen sollten oder ob der Regenschirm reicht. Wir haben uns die aktuelle Lage für Sie genau angesehen, insbesondere mit Blick auf Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordbayern und Nordrhein-Westfalen.

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Die aktuelle Luftdruckverteilung über Europa

Aktuell befinden wir uns in einem meteorologischen Tauziehen. Im Laufe des heutigen Mittwochs können Sie in den westlichen Regionen, etwa vom Ruhrgebiet über das Rheinland bis hinunter in die Pfalz, vergleichsweise entspannt durchatmen. Hier setzt sich zunehmend mildere Luft durch, und es bleibt weitgehend trocken. Wenn Sie Glück haben, blinzelt zwischen Köln und Frankfurt sogar mal die Sonne durch die Wolkenlücken, auch wenn sich entlang der Flüsse wie der Donau oder in Senken zähe Nebelfelder wie Wattebäusche festklammern. Doch lassen Sie sich von dieser Ruhe nicht täuschen, denn der Temperaturkontrast ist gewaltig: Während wir am Niederrhein milde 10 Grad erreichen, bibbert der Nordosten Deutschlands bei Dauerfrost.

Das signifikante Wetter in den kommenden 48 Stunden

Die Spannung steigt jedoch in der kommenden Nacht zum Donnerstag, und hier ist Ihre Aufmerksamkeit gefordert. Ein neues Tiefdruckgebiet macht sich von Italien aus auf den Weg nach Norden. Für die Menschen in Nordbayern, speziell von der Oberpfalz bis hinüber nach Oberfranken, bedeutet das: Vorsicht! In der zweiten Nachthälfte ziehen Niederschläge auf, die auf den noch gefrorenen Boden treffen können. Es droht gefährliches Glatteis durch gefrierenden Regen. Wenn Sie also im Nürnberger Raum oder im Fichtelgebirge unterwegs sind, fahren Sie bitte besonders defensiv.

Für unsere Leser in Hessen, Rheinland-Pfalz und NRW sieht die Nacht etwas entspannter, aber nicht völlig risikofrei aus. Zwar bleiben die großen Niederschlagsgebiete voraussichtlich östlich von Ihnen, aber bei aufklarem Himmel kann es empfindlich abkühlen. Das bedeutet, dass Restnässe auf den Straßen gefrieren kann. Eine rutschige Überraschung auf der morgendlichen Fahrt zur Arbeit ist also im Bergland – etwa in der Eifel, im Sauerland oder in der Rhön – durchaus möglich.

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Die Wetterlage am Donnerstag
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Die Wetterlage am Freitag

Am Donnerstag selbst wandert das „Unwetter-Paket“ weiter in Richtung Ostsee. In Nordbayern entspannt sich die Lage langsam, da die Temperaturen steigen, während es im Rest von Bayern und Baden-Württemberg noch nass, aber zunehmend milder wird. Im Westen, also zwischen Aachen und Mainz, bleibt es meist trocken, abgesehen von einzelnen Schauern, die durchziehen können.

Warum ist das aktuell so?

Vielleicht fragen Sie sich, wie es sein kann, dass es regnet und gleichzeitig am Boden alles zu Eis erstarrt. Stellen Sie sich die Atmosphäre über uns wie einen riesigen Blätterteig vor, der aktuell von zwei großen Akteuren belegt wird. Da ist zum einen das mächtige Hochdruckgebiet namens DANIEL, das es sich über Skandinavien und Osteuropa gemütlich gemacht hat. DANIEL ist ein kalter Geselle und pumpt eisige Luft aus Russland direkt zu uns nach Deutschland – aber nur bodennah, wie ein kalter Teppich.

Gleichzeitig drückt vom Atlantik her ein riesiger Tiefdruckkomplex, zu dem auch das Tief ROMINA gehört, dagegen. Diese Tiefs bringen milde Luft mit, die aber leichter ist als die kalte Luft von DANIEL. Die milde Luft gleitet also auf die kalte Luft am Boden auf, ähnlich wie eine warme Bettdecke.

Meteorologen nennen das Phänomen, das daraus entsteht, eine „warme Nase“. Das klingt niedlich, ist aber tückisch: In etwa 1000 bis 1500 Metern Höhe ist die Luft im Plusbereich. Der Niederschlag fällt also als Regen aus den Wolken. Auf seinem Weg nach unten muss dieser Regen aber durch DANIELs kalten Teppich am Boden. Da der Weg kurz ist, gefriert der Tropfen nicht sofort wieder zu einem Hagelkorn, sondern kommt flüssig, aber unterkühlt am Boden an. Sobald er dann den Asphalt oder die Windschutzscheibe berührt, gefriert er schlagartig zu einem Eispanzer. Das ist die Physik hinter der Glatteisgefahr, die uns aktuell in Atem hält.

Fazit und Ausblick

Zusammenfassend lässt sich sagen: Wer im Westen wohnt, kommt glimpflich davon, sollte aber morgens auf Reifglätte achten. In Nordbayern und generell östlich einer Linie von Würzburg bis Berlin ist in der Nacht und am Donnerstagmorgen höchste Vorsicht geboten. Zum Freitag hin gewinnt die milde Luft dann langsam die Oberhand, und die Glatteisgefahr bannt sich allmählich – allerdings werden wir den Regenschirm dann wohl wieder öfter brauchen als den Eiskratzer.

Angelo D Alterio

Angelo D'Alterio ist ein leidenschaftlicher Autor auf dem Gebiet der Meteorologie, der sich bereits seit dem Jahr 2013 intensiv mit Wetterphänomenen auseinandersetzt. Mit einem tiefen Verständnis für Unwetterwarnungen und Synoptik hat Angelo im Laufe seiner Karriere einen bemerkenswerten Beitrag zur Meteorologie geleistet. Im Jahr 2015 setzte er sein Wissen und seine Begeisterung produktiv ein, indem er Mitgründer und Chef-Meteorologe der Unwetteralarm Schweiz GmbH wurde, einer Initiative, die bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 2021 wuchs. Anschließend inspirierte Angelo D'Alterio die Gründung der Meteoleitstelle Hessen, wo er seine Fachkenntnisse weiterhin einbringt. Durch seine Erfahrungen und Spezialgebiete, insbesondere im Bereich Unwetterwarnungen, etablierte er sich als renommierter Fachmann in der Meteorologen-Community. Neben seiner fachlichen Tätigkeit ist Angelo ein geschätzter Inhaltsersteller, dessen Artikel und Beiträge auf verschiedenen sozialen Plattformen zu finden sind. Sie können ihm folgen und sich mit ihm auf TikTok, Facebook, Threads, Twitter, Linkedin, sowie auf Instagram vernetzen und austauschen.

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