Am Freitag erreicht eine subtropische Luftmasse weite Teile Deutschlands und sorgt für ungewöhnlich hohe Temperaturen für den Monat Februar. Entlang des Rheins, insbesondere im Raum Freiburg und der Kölner Bucht, werden Höchstwerte bis zu 23 Grad Celsius erwartet. Ursache ist eine anhaltende südwestliche Strömung, die zuvor in weiten Teilen Frankreichs zu neuen Temperaturrekorden geführt hat. An der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns steigen die Werte auf bis zu 15 Grad Celsius, während auf den Nordfriesischen Inseln einstellige Werte bestehen bleiben. Begleitet wird die Milderung von einem starken Pollenflug in fast allen Bundesländern.

Die aktuelle Wetterentwicklung wird durch eine weitreichende Druckkonstellation über Europa gesteuert. Ein umfangreiches Hochdruckgebiet über Südwesteuropa und dem Mittelmeerraum steht einem starken Tiefdruckkomplex über dem Nordostatlantik gegenüber. Diese synoptische Anordnung erzeugt eine großräumige Strömung, durch die subtropische Luftmassen aus der See-Region zwischen den Azoren und den Kanarischen Inseln direkt nach Mitteleuropa transportiert werden.
In Verbindung mit starker Sonneneinstrahlung führte diese Luftmasse in den vergangenen Tagen im südlichen und zentralen Frankreich zu Höchstwerten von fast 30 Grad Celsius, darunter ein neuer Februarrekord von 21,1 Grad Celsius im auf 1000 Metern Höhe gelegenen Chamonix.

Wärme-Höhepunkt entlang der Flusstäler
Bereits am Donnerstag steigen die Temperaturen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg in Städten wie Köln, Trier und Karlsruhe auf etwa 20 Grad Celsius. Am Freitag intensiviert sich der Zustrom der warmen Luftmassen weiter. Durch auffrischende Winde lösen sich Nebel- und Hochnebelfelder rasch auf. Zudem entstehen an den Rändern der Mittelgebirge, wie beispielsweise am Harz oder der Schwäbischen Alb, föhnige Effekte in Form von trockenen, sich erwärmenden Fallwinden.
In Hessen, Bayern und Baden-Württemberg steigen die Temperaturen gebietsweise auf 20 Grad Celsius. Die höchsten Werte werden direkt entlang des Rheins, Mains, der Mosel und des Neckars erwartet. Hier sind 21 bis 22 Grad Celsius prognostiziert. Im Raum Freiburg am Oberrhein sind punktuell 23 Grad Celsius möglich.
Historische Einordnung der Messwerte
Sollten 23 Grad Celsius erreicht werden, nähert sich der Wert dem deutschlandweiten historischen Februarrekord von 23,1 Grad Celsius, der am 26. Februar 1900 in Jena registriert wurde. Weitere historische Höchstwerte knapp über 22 Grad Celsius stammen überwiegend aus den Jahren 1960 und 1990 und wurden an Messstationen in Baden-Württemberg und dem Saarland aufgezeichnet.
Temperaturgefälle an Nord- und Ostsee
An den deutschen Küstenlinien zeigt sich ein unterschiedliches Temperaturniveau. In den Gebieten Nordfrieslands, etwa in Husum oder auf Sylt, führt der Wind direkt über das stark ausgekühlte Wasser der Nordsee. Dort werden lediglich Höchstwerte zwischen 6 und 8 Grad Celsius erreicht. An der Küste Mecklenburg-Vorpommerns, beispielsweise in Greifswald oder auf Rügen, steigen die Temperaturen hingegen auf 13 bis 15 Grad Celsius. Das dort noch vorhandene, bis zu 30 Zentimeter dicke Eis auf den Bodden und dem Stettiner Haff schmilzt durch die anhaltende Milderung ab.
Meteorologische Winterphänomene sind in den tiefen Lagen Deutschlands nicht mehr zu erwarten. Die Schneegrenze pendelt sich bundesweit auf einer Höhe von rund 1000 Metern ein, wobei sie im sächsischen Erzgebirge knapp darunter, in den Lagen von Nordrhein-Westfalen leicht darüber liegt. Der phänologische Vorfrühling führt parallel zu einer stark zunehmenden Pollenkonzentration von Hasel und Erle. In Hessen, Bayern und Baden-Württemberg wird eine hohe Belastungsintensität erwartet, während in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg von einer mittleren Intensität auszugehen ist.