die ruhigen, hochdruckdominierten Tage neigen sich ihrem Ende zu. Wir beobachten derzeit einen klassischen, aber durchaus tückischen Wetterumschwung. Ein kräftiger Tiefausläufer nähert sich uns vom Atlantik her und schiebt sich unaufhaltsam über das Bundesgebiet.
Um zu verstehen, warum die kommenden Stunden kritisch sein können, lohnt ein Blick auf die Physik der Atmosphäre: Aktuell liegt über Deutschland noch eine Schicht schwerer Kaltluft. Der neue Tiefdruckeinfluss führt jedoch in der Höhe mildere, feuchte Atlantikluft heran. Wenn diese mildere Luft auf die bodennahe Kaltluft aufgleitet, entsteht eine brisante Mischung. Fällt Regen aus der warmen Höhe in die frostige Luft am Boden, gefriert er augenblicklich. Genau dieses Szenario steht uns in einigen Regionen bevor. Die Wetterküche brodelt bereits. Während wir den Tag vielerorts noch ruhig begannen, greift der Tiefausläufer nun massiv in das Geschehen ein.
Vom Emsland bis zum Saarland verdichten sich die Wolken rasch. Ab dem Nachmittag setzen hier Niederschläge ein. Die Phase des Übergangs ist dabei entscheidend: Anfangs fallen oft noch Flocken oder Schneeregen. Doch die mildere Luft setzt sich in den tieferen Lagen von Niedersachsen bis hinunter nach Rheinland-Pfalz zunehmend durch, wodurch der Schnee in Regen übergeht.
Achtung, Rutschgefahr! Besondere Vorsicht ist im Umfeld der Eifel, sowie südlich von Mosel und Main geboten. Hier trifft der Regen auf gefrorene Böden. Es droht gefrierender Regen und damit gefährliches Glatteis (Blitzeis).
Kritische Zonen: Im Saarland, der Pfalz und ganz besonders in den Schwarzwaldregionen spitzt sich die Lage zu. Hier rechnen wir regional mit extremem Glatteis. Bitte stellen Sie sich auf teils unwetterartige Zustände ein und vermeiden Sie, wenn möglich, unnötige Autofahrten.
Die Nacht zum Montag: Die Gefahr wandert ostwärts
In der Nacht weitet sich das Niederschlagsgebiet weiter aus. Die Wetterzweiteilung wird dabei schärfer:
Schnee im Norden und Osten: Nördlich einer gedachten Linie etwa auf Höhe des Mains bleibt die Kaltluft zunächst resistenter. Hier fällt überwiegend Schnee. Bis zum Montagmorgen können sich die Landschaften von Hessen bis nach Brandenburg und Sachsen über eine frische Schneedecke von 1 bis 5 Zentimetern freuen; in den Staulagen der Mittelgebirge sind sogar bis zu 10 Zentimeter Neuschnee möglich.
Eisregen im Süden: Die größte Gefahr verlagert sich in den Nachtstunden in den Süden. Besonders südlich der Donau und im Voralpenland ist die Wahrscheinlichkeit für Glatteis sehr hoch. Auch hier sind Unwetter durch Blitzeis nicht ausgeschlossen.
Dauerregen im Südwesten: Ein weiteres Phänomen beschäftigt uns zwischen dem Südschwarzwald, dem Bodensee und Oberschwaben. Hier staut sich die Feuchtigkeit, was in Lagen unterhalb von 800 Metern zu ergiebigem Dauerregen führt.
Die Temperaturen: Die Milderung macht sich im Nordwesten bemerkbar. Von Ostfriesland über das Rothaargebirge bis in die Neckar-Region steigen die Werte in den frostfreien Bereich. Ganz anders sieht es noch im Südosten aus: In Ostbayern sowie vom Erzgebirge bis an die Oder und Neiße hält sich mäßiger Frost. Hier müssen wir mit Tiefstwerte bis zu -9 Grad rechnen.
Fazit
Wir stehen vor turbulenten 48 Stunden. Der Kampf zwischen der abziehenden Kaltluft und dem atlantischen Tief sorgt für ein klassisches, aber gefährliches Winter-Intermezzo. Während der Schnee im Bergland für Winterstimmung sorgt, ist im Flachland – insbesondere im Süden und Südwesten – höchste Vorsicht auf Straßen und Gehwegen geboten.